Unser
Blog
Hier finden Sie Neuigkeiten rund um unseren Verein und unser inklusives Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN
Rückblick: Januar 2025
Österreich: Schiiiiiiifoan, woah, woah, woah, woah...

Julian on tour
Wer kennt sie nicht, die Skifahrer-Hymne von Wolfgang Ambros, die bei jedem Après-Ski-Event aus allen Lautsprechern dröhnt? Und jede und jeder, der regelmäßig Ski fährt, wird wohl der Zeile zustimmen „Wei Schifoan is des leiwandste, wos ma si nur vorstöhn ko!“ (auf Hochdeutsch: „Weil Skifahren ist das Beste, was man sich nur vorstellen kann.“)
Diesen Eindruck bekam auch Julian, der Jahr für Jahr seinen jüngeren Bruder mit zum Skikurs begleitet hat, dann aber wieder mit den Eltern umdrehen und sich auf einen vergleichsweise drögen Schneespaziergang begeben musste. Jedes Jahr machte er deutlicher, dass es ihn in die andere Richtung zog: hin zu den Kindern und Jugendlichen in der Skischule. Hier gab es aber leider kein Angebot für ihn, an dem er hätte teilnehmen können.
…und darum ging es in diesem Winter zur FreizeitPSO (= Freizeit Para-Special Outdoorsports) nach Schladming in Österreich, denn dort gibt es eine Skischule extra für Menschen mit Behinderung. Und ja: hier können wirklich alle Menschen das Skifahren erlernen, egal mit welcher Behinderung, auch wenn man sich das zunächst gar nicht so recht vorstellen kann. Ein ganzer Fuhrpark an unterschiedlichen Geräten vom Mono-Ski bis zum Bi-Ski steht zur Verfügung, so dass jede Person den bestmöglichen Ausgleich für ihre Behinderung bekommt.
Nach einem ausführlichen Erstgespräch zum Kennenlernen und Fragen stellen geht es gleich los auf die Piste. Und WOW!!! Das ist doch mal etwas ganz anderes als im ruhigen Klangschalen-Ambiente ein bisschen Physiotherapie zu machen 🙂 🙂 Julian konnte sein Glück gar nicht fassen und strahlte über das ganze Gesicht, als es mit Geschwindigkeit den Berg herunterging und dann gleich wieder mit dem Tellerlift nach oben. Und nicht nur das: Selbst Sessellift fahren ist mit dem Bi-Ski möglich!
In der folgenden Woche ging es jeden Tag bei so gut wie jeder Wetterlage hoch in die Berge und dann wurde zwei Stunden Ski gefahren – natürlich ganz warm eingepackt und von Kopf bis Fuß umsichtig gesichert: mit Helm, Skibrille, Haltegurten, wo immer notwendig. Und vor allem: mit den besten Mitarbeitenden, die man sich vorstellen kann, in 1:1-Betreuung!
Das Team der FreizeitPSO ist schon wirklich etwas ganz Besonderes. Alle begegnen den Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe und mit ganz viel Respekt, haben aber gleichzeitig auch richtig Spaß an ihrem Job, und das überträgt sich sofort. Dass sie alle versierte Skifahrer und Skifahrerinnen sind, versteht sich natürlich von selbst.
Hat man als Eltern zu Beginn noch ein ziemliches Nervenflattern, wenn das eigene Kind mit einem Skifahrer, den man seit gerade einmal 30 Minuten kennt, am Tellerlift hängend in den Nebelschwaden verschwindet, kann man nach kürzester Zeit komplett los lassen und die Zeit gut für sich selbst oder die Geschwisterkinder nutzen. Denn das PSO-Team ist in engem Austausch mit den Eltern und hört richtig gut zu. So kann man z.B. zunächst am Anfänger-Hang in Sichtweite der Eltern fahren, damit diese sehen, ob noch etwas beim Sitz im Gerät oder bei der Kleidung nachjustiert werden muss. Oder man kann bei herausfordernder Wetterlage einen Zwischentreffpunkt ausmachen, bei dem die Eltern schauen können, ob das Kind/der Jugendliche noch weiterfahren möchte oder es vielleicht doch zu anstrengend oder zu kalt wird. Auch die Skilehrer und Skilehrerinnen schauen natürlich gut nach ihren Schützlingen und prüfen z.B. insbesondere bei nicht sprechenden Personen, ob diese noch warm genug sind, die Skibrille richtig sitzt etc.
Im Skigebiet sind die Schüler und Schülerinnen der PSO-Skischule wohl bekannt, an den Skiliften wird schnell mal eine helfende Hand angelegt, wenn notwendig, ansonsten sind die Menschen mit Behinderung ganz normal im Skibetrieb unterwegs so wie alle anderen auch. So funktioniert Inklusion!
Für Julian war es in jedem Fall eine unglaublich tolle Erfahrung, jeden Tag mehrere Stunden draußen zu sein in einer wunderschönen Schneelandschaft, sich so richtig zu spüren, den Wechsel zwischen Kälte und Wärme zu fühlen und nach Ende der Skistunde mit einem Riesenhunger und wohliger Erschöpfung im Hotel einzutreffen.
…und so würde er auch bei der letzten Strophe Wolfgang Ambros aus vollem Herzen zustimmen, der singt: „I foa no neu z´Haus, i bleib am Montog a no do.“ (= Ich fahre noch nicht nach Hause, ich bleibe am Montag auch noch da.“)
27.01.2025
Gräber putzen gegen das Vergessen

Gedenken an die Opfer der Euthanasie-Morde
Der 27.01. ist der der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch viele Menschen mit Beeinträchtigungen wurden im Rahmen des so genannten Euthanasie-Programms von den Nationalsozialisten ermordet.
Die Freunde für´s Leben folgten dem Aufruf des Selbstvertreter-Rats der Lebenshilfe Frankfurt (siehe unten), im Vorfeld des Gedenktages die Gräber von Euthanasie-Opfern auf dem Hauptfriedhof Frankfurt zu säubern und herzurichten, da viele der Inschriften so mit Moos bedeckt waren, dass sie kaum mehr zu lesen waren. Wir wollten gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen setzen.
Der Termin war für unsere Familien auch eine Gelegenheit, sich noch einmal ausführlich mit diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Gerade für die Geschwisterkinder unserer Jugendlichen mit Behinderung war es wichtig, Fragen stellen zu können und im Gespräch zu sein, während wir gemeinsam die Inschriften auf den gesäuberten Grabplatten gelesen haben. Der Gedanke, dass damals Menschen mit Behinderung einfach aus ihren Familien geholt und in speziellen Lagern umgebracht worden sind, macht uns allen auch heute noch sehr viel Angst.
Dass der Nachmittag trotzdem keine rein triste Angelegenheit war, zeigt das Bild. Denn als große Gruppe gemeinsam im Dreck zu knien und Gräberplatten abzuschrubben, sich gegenseitig Bürsten und Handschuhe auszuleihen, zusammen richtig ins Schwitzen zu geraten, hat paradoxerweise richtig gut getan. Im gemeinsamen Tun haben wir gespürt, dass wir viele sind. Dass die damaligen Opfer nicht vergessen sind. Und dass wir alles dafür tun müssen, dass so etwas niemals wieder passieren darf. Denn es ist ein Gebot der Menschlichkeit, gerade die schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft zu schützen.
Und genau darum ist es uns Freunden für´s Leben auch so wichtig, dass Menschen mit Behinderung in der Mitte der Gesellschaft – SICHTBAR – sind. Überall dabei, fest verankert in Freundes- und Bekanntenkreisen. Dass Kinder mit Beeinträchtigung Regelschulen in der Nachbarschaft besuchen. Sie in Vereinen und bei Freizeitaktivitäten anzutreffen sind.
So dass es nie wieder passieren kann, dass es keinem so richtig auffällt, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind.
Nicht umsonst heißt unser Wohn- und Lebensprojekt: MITTENDRIN.
Und das war die Einladung des Selbstvertreter-Rats der Lebenshilfe Frankfurt:
„Wir denken an die Opfer der Euthanasie-Morde
Einladung zur gemeinsamen Aktion am 25. Januar zur Vorbereitung auf den Gedenk-Tag
Liebe Menschen in Frankfurt,
der Selbstvertreter-Rat der Lebenshilfe Frankfurt lädt zu einer Aktion ein.
Der Selbstvertreter-Rat will, dass die Opfer der Euthanasie-Morde nicht vergessen werden.
Alle sind herzlich eingeladen, mitzumachen.
Wann: Samstag, 25. Januar 2025, 14:00 Uhr
Wo: Hauptfriedhof Frankfurt
Der Treffpunkt ist am Haupteingang
(Eckenheimer Landstraße 194)
Wir sind der Selbstvertreter-Rat der Lebenshilfe Frankfurt.
Wir sind eine Gruppe von Menschen mit Beeinträchtigung.
Wir möchten die Selbst-Bestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung stärken.
Am 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des
National-Sozialismus.
Im National-Sozialismus wurden viele Menschen umgebracht.
An alle Opfer erinnern wir uns in Deutschland am 27. Januar.
Auch Menschen mit Behinderung wurden von den Nazis umgebracht.
Das Wort dafür ist: Euthanasie-Morde.
Im Hauptfriedhof Frankfurt gibt es dafür eine Gedenk-Stelle.
Dort ist ein großes Gräberfeld mit 120 Grabplatten.
Bei der letzten Gedenk-Veranstaltung haben wir vom Selbstvertreter-Rat gesehen, dass die Grabplatten nur noch schlecht zu lesen sind.
Sie sind sehr verschmutzt und vermoost.
Man kann nicht mehr richtig lesen, was auf den Grabplatten draufsteht.
Deshalb möchten wir sie gerne sauber machen.
Das Denkmalamt hat uns erlaubt,
dass wir die Grabplatten sauber machen dürfen.
Wir sollen bestimmte Bürsten benutzen, hat das Denkmalamt gesagt.
Und kein Putzmittel, sondern nur Wasser.
Sonst gehen die Grabsteine kaputt.
Wir bringen Bürsten mit und Wasser.
Wer möchte, kann sich eine Bürste nehmen und mithelfen,
die Grabsteine sauber zu machen.
Dann kann man sie am Gedenktag am 27. Januar wieder besser lesen. Das hilft gegen das Vergessen!
Wir freuen uns, wenn viele kommen und mithelfen.
Herzliche Grüße
der Selbstvertreter-Rat der Lebenshilfe Frankfurt“
Lieber Selbstvertreter-Rat, wir danken Euch für die Organisation dieser wichtigen Aktion! Gerne sind wir auch im nächsten Jahr wieder dabei.
24.01.2025
2025!!!
Mit der Baugenehmigung ins Neue Jahr :-)
Am 5.12.2024 wurde uns die Baugenehmigung für unser inklusives generationenübergreifendes Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN im neuen Klimaquartier Hilgenfeld im Frankfurter Norden erteilt. Das war für uns das allerschönste Weihnachtsgeschenk und lässt uns mit großer Motivation ins Neue Jahr starten!
Auf diesen Meilenstein haben wir lange mit all unserer Kraft hingearbeitet. Wir haben ihn jedoch nicht allein erreicht, sondern getragen von einem Netzwerk aus zahlreichen Unterstützern und Unterstützerinnen, denen wir an dieser Stelle noch einmal von ganzem Herzen danken wollen. Die hohen Kosten des Bauantrags hätten wir ohne unsere Spenderinnen und Spender sowie einen mehr als großzügigen Zuschuss vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin, das uns als Modellprojekt unterstützt, niemals stemmen können.
Nun können wir alle gemeinsam stolz darauf sein, dass wir schon so weit gekommen sind!
Mit dem klaren Ziel „Baubeginn 2026“ vor Augen geht es nun weiter in ein arbeitsreiches Jahr voller neuer Herausforderungen, das wir aber hoffentlich ebenso erfolgreich abschließen können werden wie das vergangene.
Bleiben Sie über unseren Blog immer aktuell informiert und an unserer Seite – wir freuen uns über Ihr Interesse!
21.12.2024
Neulich im Weihnachtskonzert...

Die meisten unserer jungen Menschen mit Behinderung lieben Musik. Und so findet man uns in regelmäßigen Abständen auf Konzerten, Festivals, bei Musicals, „Sing along“-Events und einfach bei jedem Anlass, bei dem Musik involviert ist.
Insbesondere der Besuch eines Konzerts ist aber gar nicht so leicht, wie man denken sollte. Das fängt schon mit der Planung an, die meistens Monate im voraus stattfinden muss, da nur ganz bestimmte Plätze für uns möglich sind. Émile sieht ganz schlecht und darf daher nicht weiter hinten sitzen als Reihe 3. Leo steht manchmal mitten im Konzert auf und wandert etwas herum, darum benötigt er einen Außenplatz. Julian trappelt beim Einsetzen der Musik so begeistert mit den Füßen, dass ihm zur Verwunderung der umsitzenden Zuschauer:innen vor Konzertbeginn manchmal die Schuhe aus- und Stoppersocken angezogen werden müssen, damit es nicht so laut ist.
…und überhaupt, die Musik: sie fährt einem mitten ins Herz, macht den ganzen Körper bereit zum Tanzen, zum seligen Schwingen. Man weiß gar nicht, wohin mit all diesen wunderbaren Emotionen, die einen da plötzlich überfluten. Ruhig sein? Stillsitzen? Das ist echt schwierig, wenn es einem so rundherum gut geht, wenn einem die Töne unter der Haut kribbeln und man aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus kommt. Da muss man manchmal einfach richtig zappeln, in die Hände klatschen, freudig mitbrummen… Ein richtiges klassisches Erwachsenen-Konzert ist da natürlich eher schwierig, obwohl unsere jungen Menschen mit Behinderung die Musik tiefer, intensiver spüren, davon viel beglückter sind als mancher der „normalen“ Konzertbesucher, der artig auf seinem Platz sitzt und sich regelkonform verhalten kann.
Eher schon mal ein Kinder-Konzert. Gerade in der Weihnachtszeit bieten sich hier ja viele wunderbare Familienkonzerte an. Doch dort sind die „Glotzkinder“. So nennen die Geschwisterkinder unserer Kinder mit Behinderung andere Kinder, die sich manchmal während des gesamten Konzerts direkt aus der Reihe vor uns zu uns umdrehen und uns unverwandt anstarren. Das ist nicht so böse gemeint, wie es sich anhört. Denn hätten unsere Kinder keine Geschwister mit Behinderung, wären sie vermutlich auch „Glotzkinder“. Es ist eher ein Versuch der Abgrenzung, um es auszuhalten, so permanent und ungewollt im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. „Mama, Achtung, echt krasses Glotzkind vorne links!!!“
Ist man gut drauf und „im Flow“ kann man das manchmal gut nutzen, um ins Gespräch zu kommen. Das Kind vor sich anlächeln und zu ihm sagen: „Schau mal, das ist der Julian, der mag Musik so sehr, der freut sich. Und wenn er sich freut, freut er sich mit dem ganzen Körper!“ Oft werden dann schon ganz kleine Kinder zu tollen Inklusionsbeauftragten, sagen zu ihren Eltern „schau mal, Papa. Der Junge da, der zappelt so, weil er Musik so toll findet!“ Und man kommt mit den Eltern in der Pause ins Gespräch, und es ist einfach ein richtig netter Abend für alle.
Es gibt aber auch die anderen Tage. An denen man selbst angespannt, erschöpft, müde ist. Überfordert davon, immer in der Moderatorenrolle zu sein. An denen es einem so weh tut, das eigene geliebte Kind immer so angestarrt, unverstanden zu sehen. An diesen Abenden versteht man, warum so viele Familien es nicht leisten können, diese „Teilhabe an der Gesellschaft“. Weil sie sich unsicher fühlen, Angst haben, nicht gewollt zu sein, dass sich die anderen Menschen entnervt von ihnen abwenden.
Darum, liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs: wenn Sie bei einem der Konzerte rund um die Weihnachts- und Neujahrszeit einen Menschen mit Behinderung mit seiner Familie sehen, der vielleicht zappelt oder brummt oder ab und zu Freudenschreie ausstößt: lächeln sie ihm zu. Freuen Sie sich an seiner oder ihrer Art der Freude, des Teilhabens, auch wenn diese ungewohnt und etwas störend ist. Es ist ein ganz großer Kraftakt von allen, dass dieser Mensch bei diesem Konzert dabei sein kann.
Mit diesem Schlusswort verabschieden sich die Freunde für´s Leben in die wohl verdiente Winterpause und wünschen Ihnen alle Frohe Weihnachten und ein glückliches Jahr 2025. Bleiben Sie uns auch im Neuen Jahr gewogen!
…und ach ja: Julians Wunsch an das Christkind? Ein richtiges klassisches Symphoniekonzert, in dem er sich bewegen darf, seiner Freude und Verzückung an der Musik Ausdruck verleihen mit seinem ganzen Körper. Das wäre einfach wunderbar. Es gibt wenige, die dem Können der Musiker:innen mehr Respekt und Bewunderung zollen würden, als er.
07.11.2024
Sponsorentreff beim TGS Schwalbach

Danke, Schwalbi!
Am 07.11.2024 waren wir zum Sponsorentreff des TGS Schwalbach geladen, um unsere Spende von Schwalbi (dem Maskottchen des TGS Schwalbach) entgegen zu nehmen.
Zur Erinnerung: im Juni hatten die Freunde für´s Leben mit ganz großer Begeisterung am Schwalbacher „Lauf gegen Armut“ teilgenommen und mit Bravour die Handicap-Strecke gemeistert. Unser Engagement wurde vom tollen Orga-Team mit einer großzügigen Spende von 1.500 Euro belohnt, mit der wir uns die schon lange ersehnten Freunde-für´s-Leben-Sweatshirt-Jacken für alle Vereinsmitglieder anschaffen wollen (Beweisfotos folgen!!!)
Da wir sowohl jetzt als auch in Zukunft auf Spendengelder angewiesen sind und sein werden, ist es wichtig für uns, bei Events aufzufallen und als Gruppe einen hohen Wiedererkennungswert zu haben. Mit unseren in die Jahre gekommenen FfL-T-Shirts konnten wir hier aber nicht mehr so richtig punkten; die Sweatshirt-Jacken in den Vereinsfarben mit FfL-Logo werden uns hier PR-technisch auf ein ganz anderes Niveau heben 🙂
Über die Unterstützung des TGS Schwalbach haben wir uns von Herzen gefreut, insbesondere, weil diese ganz spontan an uns herangetragen wurde, ohne dass wir danach fragen mussten. Das war eine richtig tolle Überraschung.
Daher: Danke, Schwalbi, von allen Freunden für´s Leben!!! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.
30.11.2024
Zusammengehörigkeitsgefühl üben

FfL-er on tour mit der Lebenshilfe Frankfurt
Viele der zukünftigen Bewohner:innen unseres inklusiven Lebens- und Wohnprojektes MITTENDRIN kennen sich bereits seit ihrer Kindheit und sind sich sehr vertraut – daher ja auch der Name unseres Vereins „Freunde für´s Leben e.V.“.
Sich in der Schule, bei der Therapie oder in der Freizeit zu sehen, ist aber doch etwas anderes, als richtig und dauerhaft zusammen zu wohnen. Da aber viele unserer Menschen mit Behinderung über keine aktive Sprache verfügen, kann man sie sprachlich nicht auf die Zukunft vorbereiten, ihnen erklären, wie es weitergehen wird, „Pläne schmieden“ oder sich gemeinsam vorfreuen.
Dass man nicht darüber sprechen kann, heißt aber nicht, dass man es nicht fühlen kann. Denn im Fühlen sind unsere Menschen mit Behinderung richtig gut und viel besser als viele von uns anderen ohne Einschränkung. Und darum haben wir uns darüber Gedanken gemacht, wie man das spätere Zusammenleben im MITTENDRIN-Haus vorab sozusagen im Kleinen üben und dadurch spürbar machen könnte.
Da unsere Menschen mit Behinderung alle auch Mitglieder der Lebenshilfe sind und wir eine gute und enge Beziehung zur Lebenshilfe Frankfurt haben, lag es auf der Hand, hier zu diesem Thema in den Austausch zu gehen. Nach längeren Überlegungen kam ein ganz tolles Reise-Format dabei heraus, bei dem erstmals auch Menschen mit umfassenden Behinderungen auf Freizeit fahren und somit mehrere Tage mit Übernachtung ohne ihre Angehörigen verbringen können. Um diesem Personenkreis gerecht zu werden, sollten die Angebote in Kleingruppen mit 1:1-Betreuung im näheren Umkreis von Frankfurt stattfinden.
Gesagt – getan: 2020 fand das erste Angebot statt – aufgrund von Corona jedoch noch als Tagesangebot in Frankfurt. Bald aber wurde durchgestartet, und mittlerweile waren einige der zukünftigen Bewohner:innen von MITTENDRIN bereits gemeinsam im Westerwald, in Bad Homburg, in Wiesbaden und im Taunus, und jede Reise war noch besser als die vorhergehende. Durch die tollen Unternehmungen entstand tatsächlich ein richtiges Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl. Bei Schwimmbad- und Museumsbesuchen, Nachmittagen im Wildpark und beim Städte-Sightseeing kam keine Langeweile auf, und spätestens beim gemeinsamen Stockbrotbacken und Musizieren ist es dann da:das ultimative Lagerfeuer- und Gruppengefühl, das Kinder und Jugendliche ohne Behinderung so vielfältig erleben dürfen, für Menschen mit Behinderung aber selten und daher einfach etwas ganz Besonderes ist.
Von Freizeit zu Freizeit merken wir den steigenden Wiedererkennungswert: mittlerweile strahlen alle schon über das ganze Gesicht, wenn sie die bekannten weißen Busse der Lebenshilfe sehen, denn es ist klar: es geht wieder los!!!
Für uns daheimbleibende Angehörige ist die Etablierung dieses Freizeit-Formates ebenfalls ein Geschenk, wissen wir doch unsere Kinder in besten Händen. So bleibt Zeit für die Geschwisterkinder und auch einmal für die dringend benötigte Erholung von der tagtäglichen Pflege.
Das ganze Format steht und fällt jedoch mit den absolut großartigen Mitarbeitenden der Lebenshilfe und den wunderbaren Betreuerinnen und Betreuern, die diese Freizeiten überhaupt erst möglich machen. An dieser Stelle ein von Herzen kommender Dank an Euch dafür – Ihr seid einfach die Allerbesten! Ihr macht unsere Jugendlichen mit Behinderung glücklich, dank Euch dürfen sie spüren, wie es ist, mit Gleichaltrigen unterwegs zu sein, gemeinsam Spaß zu haben, akzeptierter Teil einer Gruppe zu sein – und wie es sich anfühlt, nach der Freizeit komplett K.O., aber beseelt wieder zu Hause ins eigene Bett zu fallen.
Denn das ist es doch, was das Jungsein ausmacht und was Menschen mit (umfassenden) Behinderungen viel zu selten erleben dürfen.
„Geht nicht – gibt’s nicht.“
06.09.2024
Einreichung des Bauantrags

Wir freuen uns unglaublich über die Erreichung dieses so wichtigen und hart erarbeiteten Meilensteins!
Pressemitteilung
Frankfurt am Main, 6. September 2024, 15 Uhr
Freunde für’s Leben e.V.: Bauantrag für inklusives Projekt MITTENDRIN eingereicht
Die Freunde für’s Leben e.V. freuen sich über die erfolgreiche Einreichung des Bauantrags für ihr Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN, das im Neubaugebiet Hilgenfeld im Frankfurter Norden entstehen wird.
„Wir freuen uns, dass wir einen wichtigen Meilenstein genommen haben, um unser Projekt umzusetzen. Unsere Vision ist damit einen Schritt konkreter geworden,“ so Britta Jung, Vereinsmitglied und federführend für die meisten Arbeitsbereiche rund um die Einreichung des Bauantrags. Mitten im neuen Quartier Hilgenfeld planen die Freunde für’s Leben das inklusive, generationenübergreifende Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN, das Menschen mit und ohne Behinderung, Studierenden, jungen Familien und älteren Menschen gleichermaßen ein Zuhause bieten soll.
Christina Leipold, Vorstandsmitglied: „Wir möchten diesen Anlass auch nutzen, um Danke zu sagen: zuallererst beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Finanzierung, welche die Planung und den Bau überhaupt erst möglich macht. Außerdem Danke an die Mitarbeitenden des Netzwerk Frankfurt für ihre tatkräftige Begleitung.“ Vorstandsmitglied Ulrike Fehn ergänzt: „Wir bedanken uns zudem bei allen Personen und Institutionen, die uns zum Teil bereits seit Jahren unterstützen. Ohne einen großen Unterstützungskreis könnten wir solch ein Projekt niemals stemmen!“
Der ehrenamtlich arbeitende Vorstand des Vereins hofft, dass es nun mit Schwung weitergeht und auch alle weiteren Hürden bald genommen sein werden. Mitte 2026 soll der Spatenstich am Hilgenfeld erfolgen.
Aus einer Gruppe von elf befreundeten Familien aus Frankfurt und Umgebung entstand 2016 der Verein Freunde für´s Leben e.V. Die Kinder der Familien haben teils umfassende Behinderungen. Die Gemeinschaft verbindet Freundschaft, gemeinsame Werte und die Vision, wie die Kinder mit Behinderung später einmal leben sollen. 2019 wurden die Freunde für’s Leben als eine Initiative im Rahmen eines Konzeptverfahrens der Stadt Frankfurt und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG ausgewählt, um ein gemeinschaftliches Wohnprojekt umzusetzen.
Weitere Informationen über die Freunde für’s Leben und das Wohnprojekt MITTENDRIN finden Sie unter www.freunde-fürs-leben.de.
Für Rückfragen steht Ihnen der Vereinsvorstand, bestehend aus Ulrike Fehn, Christina Leipold und Andreas Lyner, gerne zur Verfügung:
0178 84 58 389, info@freunde-fürs-leben.de
Freunde für’s Leben e.V.
info@freunde-fürs-leben.de, www.freunde-fürs-leben.de
Hammarskjöldring 196, 60439 Frankfurt am Main
Der Verein ist auf Spendengelder angewiesen und freut sich über jede Unterstützung:
Sparda-Bank Hessen, IBAN DE26 5009 0500 0005 9504 07, BIC GENODEF1S12
24.07.2024
Sommerpause

Die Freunde für´s Leben pausieren eine Weile… das erste Halbjahr war anstrengend und hat uns Einiges abverlangt. Zudem stehen bei einigen unserer Kinder mit Behinderung nach den Sommerferien Wechsel an (z.B. von der Schule in die Tagesförderstätte), und jeder Wechsel bringt die mühsam errungene Routine ins Wackeln. Da heißt es vorher noch möglichst viel Kraft schöpfen. Dazu aber mehr zu einem späteren Zeitpunkt!
Zunächst einmal gilt es, den Kopf frei zu machen und sich auf die kommenden Wochen einzugrooven: möglichst wenige Termine, mehr Schlaf, mehr Spontanität, mehr Zeit mit Familie und Freunden, weniger Eingepresst-sein in vorgegebene Strukturen: das ist der Plan!!!
Auch Ihnen allen wünschen wir, dass Sie in Ihren Sommerferien etwas von dem finden, was Sie sonst im Alltag vermissen 🙂
Herzlichst, Ihre Freunde für´s Leben
30.06.2024
Ffl-er ganz sportiv!

Teilnahme am "Lauf gegen Armut" in Schwalbach
…und damit haben wir es sogar in die Schwalbacher Zeitung geschafft:
Geht nicht – gibt´s nicht!
Frankfurter Verein „Freunde für´s Leben“ nimmt am Schwalbacher Volkslauf teil
Geht nicht – gibt’s nicht: das ist das Lebensmotto von 10 Frankfurter Familien – alles Eltern von Kindern mit Behinderung – die 2016 den gemeinnützigen Verein „Freunde für´s Leben e.V.“ gegründet haben. 2019 gewann der Verein im Konzeptverfahren für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte der Stadt Frankfurt und bekam 1700 qm Bruttogeschossfläche im neu entstehenden Klimaquartier Hilgenfeld zugesprochen. Hier wird nun das inklusive, generationenübergreifende Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN realisiert werden (geplanter Baubeginn: 2026), eine bunte Hausgemeinschaft aus Menschen mit Behinderung, Studierenden, Familien und Senior:innen.
Ein wichtiger Eckpfeiler des Konzeptes von MITTENDRIN ist das aktive Leben von Menschen mit Behinderung, ihre Teilhabe und ihre Präsenz in der Mitte der Gesellschaft. Kein reines Fürsorgeprinzip im „geschützten Raum“ fernab dessen, was andere junge Menschen so tun, sondern dahin gehen, wo das Leben tobt. Dazu gehört natürlich auch der Sport: sich im Rahmen seiner Möglichkeiten spüren, ausprobieren und austoben können.
…und darum machten sich die „Freunde für´s Leben“ auch trotz ausgesprochen schlechter Wettervorhersage am heutigen Vormittag zum Schwalbacher „Lauf gegen Armut“ auf, um gemeinsam die dort angebotene Handicap-Strecke (1 km) zu bewältigen. Toll, dass bei diesem Lauf auch Rollstuhlfahrer:innen mitfahren und die Menschen mit Behinderung samt ihren Angehörigen dabei sein können! Die Stimmung war großartig, an der gesamten Strecke wurde man angefeuert und beklatscht, und die Teilnehmer:innen strahlten noch lange nach dem absolviertem Lauf über das ganze Gesicht. Eine schöne Medaille gab es obendrauf!
Ein Dank geht an das großartige Orga-Team der Turngemeinde Schwalbach. Bei diesem Event kann wirklich jede und jeder dabei sein: so geht gelebte Inklusion!
Wer mehr über die Freunde für´s Leben und ihr Projekt wissen oder sie unterstützen möchte, klickt sich auf www.freunde-fürs-leben.de. Hier gibt es auch einen Blog, in dem man Einblicke in den Alltag des Vereins gewinnt.
Der Verein, dessen Mitglieder das inklusive Wohnprojekt MITTENDRIN in rein ehrenamtlicher Arbeit stemmen, ist dringend auf Spendengelder angewiesen.
Spendenkonto: Sparda-Bank Hessen
Kontoinhaber: Freunde für´s Leben e.V.
IBAN: DE26 5009 0500 0005 9504 07
BIC: GENODEF1S12
Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und stellt für Spenden Spendenquittungen aus.
17.06.2024
Noi insieme - Wir zusammen

Gemeinsam geht ganz viel!!!
17.06.2024
Noi insieme - Wir zusammen

Lucy als Praktikantin im Kindergarten
Hallo, ich wollte Euch heute endlich von meinem Praktikum im Februar berichten. Immer ist so viel los und ich bin noch nicht dazu gekommen, meinen Bericht für den Blog zu schreiben. Ich bin in der Berufsorientierung der Ernst-Reuter-Schule in Frankfurt, und hier muss man immer zwei Praktika im Schuljahr machen. Und im Februar war es wieder so weit. Ich gehe immer gerne in Kindergärten, weil mir die Arbeit mit den kleinen Menschen einfach Freude macht. Es ist nicht einfach, einen Platz zu finden, da ich ja nicht sprechen kann und im Rollstuhl sitze. Was soll ich sagen: ich habe mal wieder so ein Glück gehabt. Ich habe mich in Niederursel bei einem deutsch-italienischen Kindergarten beworben, und die Leitung hat mir gleich beim ersten Treffen zugesagt.
Ich war so begeistert. Genauso großartig wie mein erster Kontakt war auch die Arbeit mit der Gruppe. Die Kinder und die Erzieher:innen waren so nett zu mir und haben sich sehr für mich interessiert und mich ganz freundlich aufgenommen. Ich habe täglich mit meinem Talker, den ich zur Kommunikation nutze, erzählt, wie mein Tag war und habe mit dem Talker Kinderbücher vorgelesen oder Ratespiele für die Kinder gemacht. Es war einfach schön. Ich wurde so warmherzig aufgenommen. Als die zwei Wochen vorbei waren, habe ich sogar noch ein Geschenk von den Kindern und Erzieher:innen bekommen. Und das Essen war so lecker 🙂 Einfach grandios. Es bestätigt einmal mehr: es sind die Menschen, die den Unterschied machen.
Vielen herzlichen Dank für diese wunderschöne Erfahrung! Ich vermisse Euch.
Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne meine tolle Teihabeassistentin Najat von der Lebenshilfe Frankfurt, die mir im Alltag hilft und mit der ich allen zeigen kann, was wir im Team zusammen alles schaffen können.
„Noi insieme“ ist Programm!
Eure Lucy
28.05.2024
Hilgenfeld-Vernissage im Stadtplanungsamt

„Unsere“ Tafel 🙂
28.05.2024
Hilgenfeld-Vernissage im Stadtplanungsamt

Am 28.05.2024 waren die Freunde für´s Leben bei der Ausstellungseröffnung des Stadtplanungsamtes zur Bebauung des Hilgenfelds dabei. Es war interessant, die verschiedenen am Hilgenfeld beteiligten Akteure zu erleben und sich über den aktuellen Stand in allen Bereichen zu informieren. Die Podiumsdiskussion mit Herrn Junker (ABG), Herrn Hunscher (Leiter Stadtplanungsamt), Frau Wagner (Leiterin Amt für Wohnungswesen) und Frau Schloegl (University of Applied Sciences) wurde später für das Publikum geöffnet, aus dem viele – auch kritische – Fragen kamen.
Die Freunde für´s Leben haben bei dieser Veranstaltung viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter getroffen und sich über ein Wiedersehen mit den anderen anwesenden Wohngruppen des Hilgenfelds gefreut. In jedem Fall ein Termin, der zum Weitermachen motiviert hat und den wir bei einem schönen gemeinsamen Abendessen im benachbarten Metropol-Restaurant haben ausklingen lassen.
18.05.2024
London: Bestes Bällchenbad ever!

Julian on tour
Wir haben uns mit unserem Reise-Tester Julian wieder „on tour“ getraut…diesmal nach: London! Und waren begeistert, wie kompatibel für Menschen mit Behinderung diese wundervolle Metropole ist! Überall wurden wir freundlich aufgenommen, oft nett gefragt, ob wir spezielle Unterstützung benötigen – angestarrt wurden wir dagegen so gut wie nie. Vielleicht einfach deswegen, weil London so bunt und kosmopolitisch ist, dass man gar nicht so sehr auffällt, wenn man irgendwie anders ist. Das war herrlich entspannend, und wir sind mit großer Begeisterung einfach in der Menge untergegangen.
Sämtliche Attraktionen, die wir besucht haben, waren für Menschen mit Behinderung gut zugänglich, hilfsbereites Personal stand bereit, und meistens durfte man auf den „fast track“, so dass man keinen ewig langen Wartezeiten ausgesetzt war. So haben wir mit ganz viel Spaß das Natural History Museum besucht, haben eine Fahrt mit dem London Eye unternommen und von The Shard aus die Aussicht genossen.
Ein absolutes Highlight für Julian, aber auch für uns andere, war allerdings etwas, das wir zuvor gar nicht auf der Agenda hatten, sondern spontan unternommen haben: das Balloon Museum. Hier gab es unterschiedlichste aufblasbare Werke zu bestaunen, und wir waren fasziniert darüber, was Künstlern zu diesem auf den ersten Blick so simplen Thema alles eingefallen ist. Mit großer Begeisterung folgten wir dem multisensorischen Pfad durch das Museum, bis sich gegen Ende die Besucher:innen in einem langen Gang stauten und über 15 Minuten lang gar nichts passierte, so dass alle schon etwas ungeduldig wurden. Dann wurde man um die Ecke geleitet – und absolut alle Gesichter, ob groß oder klein, jung oder alt, begannen zeitgleich zu strahlen:
Vor uns lag ein gigantisches Bällchenbad, das in unterschiedlichen Farben angeleuchtet wurde und abwechselnd in leuchtendem Rot, dunklem Violett, Smaragdgrün und sonnigem Gelb erstrahlte. Die Besucher:innen konnten sich gar nicht schnell genug in die Bälle hineinstürzen, und binnen Kurzem waren wildeste Ballschlachten im Gange, wurde unter den Bällen hindurchgetaucht, durch die Bälle gerudert, und auf allen Gesichtern (außer auf denen derer, die ihr Handy bzw. ihre Schuhe im Bällchenbad verloren hatten :-)) war nur eines zu sehen: pure Freude!
Die Mitarbeiter:innen hatten ihre rechte Mühe, die juchzenden Leute am Ende der Zeit wieder aus dem Bällchenbad herauszubekommen, als bereits der nächste „time slot“ draußen wartete – immer wieder sprang jemand noch ein letztes Mal in die Bälle hinein (und nein: es waren nicht nur die Kinder…)
Lachend und völlig verschwitzt tauchten wir draußen wieder auf und kamen (einmal wieder) zu der Erkenntnis, dass Inklusion oft gar nicht so anstrengend und verkopft sein muss, wie sie manchmal daher kommt, sondern auch ganz spielerisch und für alle funktionieren kann. Denn viele Dinge, die Menschen mit kognitiven Einschränkungen Freude bereiten – wie z.B. Musik, Lichtspiele, haptische Erlebnisse, sensorische Körpererfahrungen – machen so gut wie allen Menschen einen Riesenspaß, wenn sie sich nur darauf einlassen. Und die Kosten für so manches Achtsamkeitsseminar könnten gespart werden, würde man ab und zu einmal in die Erlebniswelt von Menschen mit kognitiven Einschränkungen eintauchen. Denn völlig präsent im Hier und Jetzt zu sein und den Moment mit allen Fasern des Seins zu genießen, das können z.B. Julian und seine Freund:innen besser als wir alle anderen zusammen!
Klar, das Leben ist insgesamt kein Bällchenbad – aber es könnte etwas öfter eines sein, wenn wir hin und wieder die Augen und Herzen öffnen würden für Erlebnisse der etwas anderen Art. Wenn wir Menschen mit Behinderung weniger mit der steten Angst, etwas falsch zu machen, begegnen würden, sondern mit einem unvoreingenommenen, interessierten Blick (dem oft zitierten „Anfängergeist“) und der Bereitschaft, für ihre Art des Erlebens offen zu sein.
27.03.2024
Frohe Ostern!

Die Freunde für´s Leben wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs schöne, erholsame und vor allem sonnige Ostertage!
Wir freuen uns über eine kurze Pause – auf Reisen oder zu Hause – nach einem arbeitsreichen, aber auch sehr erfolgreichen ersten Quartal 2024. Die Einreichung des Bauantrags liegt in greifbarer Nähe – ein weiterer, erfolgreich bewältigter Meilenstein auf unserem Weg zu unserem bunten Haus der Vielfalt im Frankfurter Neubau-Quartier Hilgenfeld.
Nach den Ferien geht es mit neuer Kraft weiter!
Bis dahin herzliche Grüße,
Ihre Freunde für´s Leben