Unser

Blog

Hier finden Sie Neuigkeiten rund um unseren Verein und unser inklusives Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN


21.12.2022

Frohes Fest und einen guten Rutsch!

Nach diesem schwierigen und anstrengenden Jahr wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern schöne, besinnliche Festtage und einen guten Start in ein hoffentlich besseres 2023!

Bleiben Sie uns auch im neuen Jahr treu, wir hoffen, dass wir Ihnen schon im Laufe des Januars ein Update geben können, was die nächsten Meilensteine unseres Projektes angeht.

 

Herzlichst, Ihre Freunde für´s Leben – erschöpft, aber ungebrochen und mit dem festen Willen, 2023 mit neuer Energie durchzustarten!

 

01.12.2022

Weihnachtspost

Ein Dank an alle Spender und Spenderinnen!

Auch in diesem Jahr haben wir uns von Herzen über die Spenden von Freunden, Familie, Stiftungen, Institutionen und Firmen gefreut und es uns nicht nehmen lassen, allen Unterstützer*innen mit einem persönlichen Weihnachtsbrief (und entsprechender Zuwendungsbescheinigung) unseren tief empfundenen Dank auszusprechen.

Wir sind so froh, dass wir Sie, liebe Spender und Spenderinnen, an unserer Seite haben; gerade in diesem sehr schwierigen und anstrengenden Jahr wäre es ohne Sie einfach nicht gegangen. Dass Sie an uns und unser Projekt glauben,  motiviert uns immer wieder zum Weitermachen und erlaubt es uns zudem, an den Stellen externe Expertise einzukaufen, an denen sie in unserem sehr komplexen Vorhaben notwendig ist.

Auch in den kommenden Jahren werden wir weiterhin auf Spenden angewiesen sein; ein Projekt in der Größe unseres „MITTENDRIN“ kann nicht in rein ehrenamtlichem Engagement von unserem kleinen Verein allein gestemmt werden. Bitte sprechen Sie daher über uns und unser Vorhaben und empfehlen Sie uns weiter – die Menschen mit umfassender Behinderung, die dort einmal ihr Zuhause finden werden, werden es Ihnen danken!

Und noch eine administrative Anmerkung: Um unseren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und deutlich weniger Papier zu verbrauchen als bisher, werden wir ab nächstem Jahr Spendenquittungen nur noch ab einem Betrag von 200,- Euro automatisch versenden, bei niedrigeren Beträgen nur auf besonderen Wunsch. Alle Spenden können aber natürlich weiterhin steuerlich geltend gemacht werden, es reicht hierzu bei Beträgen unter 200,- Euro der Einzahlungsbeleg.

Die Weihnachtspost von den Freunden für´s Leben wird es aber natürlich weiterhin geben. Und unseren herzlichsten Dank – sowie die strahlenden und überglücklichen Gesichter der Bewohner*innen beim Einzug in ihr inklusives Zuhause im Hilgenfeld!

 

 

 

14.11.2022

Lucy arbeitet als Erzieherin

…und dieses schöne Geschenk habe ich von den Kindern in meiner Kindergarten-Gruppe zum Abschied bekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Danke, dass Ihr mich so toll in Eurer Mitte aufgenommen habt!

14.11.2022

Das Unmögliche möglich gemacht

Lucy arbeitet als Erzieherin

Es sind die Menschen, die den Unterschied machen. 

Ich bin Lucy und habe gerade mein 2. Berufspraktikum im Kindergarten als Erzieherin absolviert. Wie kann das sein, wo ich doch weder laufen noch sprechen kann? 

Ich gehe seit einem Jahr in die Berufsorientierung der Ernst Reuter Schule in Frankfurt. Eigentlich passte ich nicht so richtig in diese Gruppe. Es sind zwar alles Jugendliche mit einer geistigen Einschränkung, aber alle sind super fit, so dass sie sogar Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Meine Eltern haben für mich gekämpft, und die Schulleitung und das Team der BO haben mich aufgenommen und sind damit einen neuen Weg gegangen. Man hatte den Mut auszuprobieren, ob es funktioniert. 

Und was soll ich sagen? Es funktioniert super! Ich gehe dort so gerne hin, wir kochen, arbeiten im Garten oder im Office. Ich kann fast überall dabei sein, trotz meiner starken Behinderung. Natürlich kann ich nicht wirklich etwas alleine arbeiten, aber mit meiner Teilhabeassistentin von der Lebenshilfe und mit Hilfsgeräten wie meinem Talker oder dem PowerLink kann ich doch einiges hervorbringen. Dass ich auch jedes Halbjahr ein Berufspraktikum machen muss, war und ist eine zusätzliche Herausforderung. Da kam uns aber sofort die Idee, es im Kindergarten zu versuchen. 

Ich war nun bereits einmal im KIZ Gustav-Freytag-Straße und einmal im KIZ Ernst-Basler-Straße, und beide Male hat es gut geklappt. Ich hatte meinen Talker und meine Teilhabeassistentin Liljana dabei. Ich lese Bücher vor oder mache mit den Kindern Spiele mit meinem Talker. Die Kinder sind sehr offen und freundlich, und ich fühlte mich immer nach kurzer Zeit super wohl dort.   

Das funktioniert aber nur, weil es in den genannten Einrichtungen Menschen gibt, die nicht gleich „nein“ gesagt haben, sondern mir die Möglichkeit gegeben haben zu zeigen, dass es geht, dass ich tatsächlich etwas zur Arbeit in einer Kindergartengruppe beitragen kann. Sicherlich war es auch diesen Menschen ein bisschen mulmig und sie hatten leise Bedenken: Schaffen wir das, geht das überhaupt? 

Der Unterschied ist: diese Teams, Leitungen und Erzieher*innen haben sich getraut, waren mutig und haben es einfach gemacht. Das ist so großartig und zeigt einfach einmal wieder, dass so Vieles möglich ist, wenn man es einfach einmal versucht. 

Ein großes Dankeschön an all diese tollen Personen! 

Gerne hätte ich Fotos bei meiner Arbeit gezeigt, aber es dürfen verständlicherweise keine Kinder fotografiert werden. Hier also nur ein Bild von mir vor meiner Praktikumsstelle und im nächsten Blog-Eintrag ein Foto von meinem Geschenk von den Kindern. 

Viele haben übrigens an meinem letzten Praktikumstag geweint, als ich mich verabschiedet habe – ich auch. 

Eure Lucy 

 

 

31.10.2022

Happy Halloween 🎃 👻

Julian wünscht – stellvertretend für die gesamte Freunde-für‘s-Leben-Crew – allen Leser*innen ein schaurig-schönes Halloween-Fest! Er selbst scheint beim Anblick des Skeletts zwar leicht befremdet, schüttelt ihm aber trotzdem erst einmal freundlich die Hand, ganz im Sinne der Inklusion 😄

01.08.2022

Sommerpause

Die Freunde für´s Leben verabschieden sich in die wohlverdiente Sommerpause und wünschen allen Leserinnen und Lesern einen wunderschönen, erholsamen Sommer mit vielen schönen Erlebnissen, die einen den Alltag und die vielen schlechten Nachrichten, die im Moment auf uns einprasseln, etwas vergessen lassen!

11.07.2022

Pressemitteilung

FfL solidarisieren sich mit anderen gemeinschaftlichen Wohnprojekten

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Pressemitteilung des Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V.

und der Gruppen AdAptiv e.V., Hausprojekt Kolle, sonara eG, Freunde für’s Leben e.V., GoN.

11.07.2022

Bezahlbares und gemeinschaftliches Wohnen ermöglichen – Wohnprojekte in der finanziellen Krise

Aktuelle Zins- und Baukostensteigerungen stellen Wohnprojekte in Bau und Planung vor akute finanzielle Herausforderungen. Das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen und Frankfurter Wohnprojekte fordern konkrete Maßnahmen zur Rettung dieser Wohnform.

Gemeinwohlorientierte und selbstorganisierte Wohnprojekte haben keine ausreichenden finanziellen Puffer, um die aktuellen Preissteigerungen abzufedern. Sie sind jedoch ein wichtiger Akteur der gemein- wohlorientierten Stadtentwicklung, der dauerhaft Kostenmieten realisiert, Angebote für das Quartier schafft und Vorreiter in architektonischen und ökologischen Fragen ist. Deshalb müssen Lösungswege gefunden werden, um Wohnprojekte in der enorm schwierigen Lage zu unterstützen.

Erste gemeinschaftliche Wohnprojekte konnten in den letzten Jahren erfolgreich über das städtische Konzeptverfahren in Frankfurt am Main gegründet und realisiert werden. Der Beschluss M26 der Stadtver- ordnetenversammlung ist ein wichtiges Instrument, genossenschaftliches und gemeinschaftliches Wohnen in Frankfurt zu fördern. Momentan sind weitere Projekte, die über dieses Verfahren eine Liegenschaft erhielten, in Bau und Planung. Seit Jahren arbeiten diese Gruppen selbstorganisiert an der Realisierung von innovativen Wohnformen, planen Angebote für die Nachbarschaft und setzen sich für klimagerechte Lebensstile ein. Die Anforderungen nach kooperativem und bezahlbarem Bauen und Wohnen, die an die Projekte durch die Stadt gestellt wurden, sind unter den veränderten Bedingungen nicht mehr zu erfüllen. Es ist zu befürchten, dass der positive Schritt, den die Stadt Frankfurt mit Konzeptverfahren und Baulandbeschluss gegangen ist, keine Zukunft hat.

Am Beispiel der Gruppe Kolle, die in Griesheim ein Haus für 42 Menschen bauen möchte, wird die Lage besonders deutlich. „Enorm hohe Bodenrichtwerte, steigende Baukosten, Inflation, Zinserhöhung und auch die globale Unsicherheit durch den Ukraine-Krieg haben direkte Auswirkungen auf unser Projekt. Wenn sich an den aktuellen Bedingungen nichts verändert, ist es uns nicht mehr möglich, unser Projekt umzuset- zen. Wir, genauso wie die anderen gemeinschaftlichen Wohnprojekte in Frankfurt, stehen für flächenspar- sames Wohnen, stabile Kostenmieten, nachhaltige Wohnstandards und tragen maßgeblich zur Vielfalt in den Quartieren bei. All dies ist jedoch nur möglich, wenn in die Gründung und finanzielle Sicherung durch die öffentliche Hand investiert wird“, erklärt Ina Hammel vom Projekt.

„Die Projekte, die in Frankfurt am Main im Konzeptverfahren ausgewählt wurden, brauchen jetzt Unter- stützung! Es kann nicht im Sinne der Stadt- und Landespolitik sein, dass innovative und für eine gesell- schaftliche Transformation relevante Projekte aufgrund der schwierigen Lage scheitern. Wir möchten gemeinsam überlegen, welche Handlungsspielräume es gibt, wo wir miteinander aktiv werden können und an welcher Stelle es Fördermöglichkeiten geben kann“, betont Barbara Reuter, 1. Vorsitzende des Vereins Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen. „Wir fordern ein spezifisches Förderprogramm fürgemeinschaftliches Wohnen, das dem innovativen Charakter der Projekte gerecht wird und es den zivilge- sellschaftlichen Initiativen ermöglicht, selbstorganisiert ihre wohnungspolitisch wichtigen Konzepte umzusetzen“, führt die Geschäftsführung, Birgit Kasper, weiter aus.

Das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen setzt sich für die Verbesserung der Rahmenbedin- gungen für Wohnprojekte ein und arbeitet mit Stadt, Land und Verwaltung an der strategischen Weiterentwicklung des Themas.

Kontakt und Interviewanfragen:

Hausprojekt Kolle, info@kolle-frankfurt.de I 0176 61967575 / 0151 28789927 Birgit Kasper, Geschäftsführung des Netzwerks, kasper@gemeinschaftliches-wohnen.de I 069 91 50 10 60

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Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V. | Adickesallee 67/69, 60332 Frankfurt | info@gemeinschaftliches-wohnen.de

26.06.2022

10 Jahre "Zukunftsprojekt"

Familientreffen mit lieben Gästen

10 Jahre ist es nun her, dass sich die Freunde für´s Leben auf Initiative von unserer Visionärin Britta Jung zum ersten Mal in der heutigen Formation getroffen haben – damals noch unter dem Arbeitstitel „Zukunftsprojekt“ – um darüber zu brainstormen, wie unsere Kinder später einmal glücklich leben können.
So viel ist seither passiert – um nur einige Stationen zu nennen: 2016 Gründung unseres gemeinnützigen Vereins Freunde für´s Leben e.V., 2017 Erstellung unseres wunderbaren Corporate Design in Zusammenarbeit mit hauser lacour, 2019 erfolgreiche Teilnahme am Konzeptverfahren Neubaugebiet Hilgenfeld für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte der Stadt Frankfurt, 2021 Start der Kooperationsverhandlungen zwischen den FfL und der Lebenshilfe-Stiftung…
Vor 10 Jahren – also 2012 – gingen viele unserer Kinder noch in den Kindergarten oder in die Grundschule. Heute sind die meisten junge Erwachsene in weiterführenden Schulen oder in der Werkstatt und stehen in den Startlöchern für den Sprung in ihr Erwachsenenleben – ein Sprung, den wir, ihre Familien, bis dahin hoffentlich so gut, umfassend und vorausblickend vorbereitet haben, dass die Landung erfolgreich und weich werden wird….
Alles in allem auf jedem Fall viele gute Gründe, um einmal inne zu halten, zurück zu schauen und unseren treuesten Wegbegleiter*innen und Unterstützer*innen ein großes DANKESCHÖN auszusprechen. Sie haben an uns geglaubt – teilweise von der Stunde Null an – mit uns gezittert und gebangt, uns unterstützt, zugehört und beraten und uns wertvollen fachlichen Input gegeben, kurzum: ohne sie wären wir niemals da, wo wir heute sind, nämlich kurz vor der Unterzeichnung des Vorvertrags für unser inklusives, buntes Haus der Vielfalt im Frankfurter Norden!
Darum haben wir am 26.06.2022 nach Gut Hausen geladen und unser jährliches Familienfest gemeinsam mit lieben Gästen gefeiert: Wolfgang Wünnenberg von hauser lacour, unser Architekt Heiko Messerschmidt (mo+), Dr. Philipp Jaspers (nicht im Foto), Hubert Roth und Claudia Fischer von der Lebenshilfe-Stiftung. Ihnen allen – und noch vielen mehr, die an diesem Termin leider verhindert waren – DANKE, dass Sie an unserer Seite sind. Die Freunde für´s Leben werden Ihnen das niemals vergessen!
 

10.06.2022

DreamNight

Mit der Freundin in die lange Zoo-Nacht

Jana und Marie freuen sich über ihr Wiedersehen bei der DreamNight, die sie gemeinsam besucht haben. Mit der besten Freundin an der Seite ist so ein besonderer Abend natürlich gleich noch einmal so schön! Und danach können sich die Freundinnen gleich auf unser Familientreffen vorfreuen, das am 26.06.2022 auf Gut Hausen stattfinden wird…

10.06.2022

DreamNight

Lara-Leni findet eine geflügelte Freundin

Ja, bei der DreamNight werden Träume wahr…so kann man sich z.B. mit einer kleinen Eule anfreunden, die plötzlich vor einem auf dem Rolli Platz nimmt. Harry Potter lässt grüßen! 🙂 Freundin für´s Leben Lara-Leni traute sich nach einiger Zeit sogar, die neue Freundin sanft anzustupsen…

10.06.2022

DreamNight

...wie haben wir sie vermisst!

In diesem Jahr fand endlich wieder die wunderbare DreamNight im Frankfurter Zoo statt, die leider in den letzten Jahren Corona-bedingt ausfallen musste. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung, an der nur Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern teilnehmen dürfen. Die Idee dafür entstand 1996 im Zoo Rotterdam und fand über die Jahre immer mehr Nachahmer. Inzwischen wird die DreamNight weltweit in ganz vielen Zoos am gleichen Abend veranstaltet. Ziel ist es, hochbelasteten Familien kostenlos einen wunderbaren Abend zu bereiten, der sie einmal aus ihrem oft anstrengenden Alltag herausholt. Die jeweiligen Zoos sind dabei nur für diese Familien geöffnet, die sich unbelastet vom sonst herrschenden Trubel und Gedränge in ihrem eigenen Tempo an den vielen Attraktionen erfreuen können.

Dieses Jahr war die DreamNight ganz besonders gut besucht; schon eine Stunde vor dem Einlass um 18.45 Uhr sah man viele Familien erwartungsfroh vor den Toren des Zoos stehen, und überall blickte man in freudige Gesichter. Das Wetter spielte ebenfalls mit, so dass die meisten Besucher*innen bis zum Ende um 22.00 Uhr durchhielten; noch zu später Stunde sah man viele Familien plaudernd in der Zoo-Gastronomie sitzen und den lauen Abend genießen.

Damit die DreamNight ein Erfolg wird, braucht es viele engagierte Menschen und Institutionen, die kostenfrei zu dem breit gefächerten Programm beitragen. So begeistert z.B. jedes Jahr das Polizeipräsidium Frankfurt mit seiner Vorführung der Hundestaffel die großen und kleinen Besucher*innen, man kann Polizeipferde streicheln, sich auf ein Polizeimotorrad setzen, in einen Polizei-, Feuerwehr- oder Rettungswagen einsteigen, einen Feuerwehrschlauch bedienen und Vieles mehr. Das tolle Angebot reicht vom Streichelzoo über einen musikalischen Pavillon und eine Zaubershow bis zu Fühlstationen und Seehundfütterung. Besondere Freude macht auch der mobile Chor, der sich über den ganzen Abend hinweg spontan an immer neuen Stellen im Zoo aufstellt und zu singen beginnt und jedes Mal sogleich von begeisterten Zuhörer*innen umringt wird.

Die Freunde für´s Leben waren zahlreich vertreten und schwärmten nach dem obligatorischen Gruppenfoto gleich nach sämtlichen Seiten aus, um ja nichts zu verpassen. Viele von uns haben die erste DreamNight besucht, als die Kinder noch im Kindergarten waren, so dass dieser Event nun schon seit vielen Jahren ein Highlight in unseren Kalendern ist. Auch 2022 war der Abend einfach wunderbar. Es tat so gut, überall bekannte Gesichter zu sehen, an jeder Ecke auf einen kurzen Plausch stehen zu bleiben, zusammen zu lachen, sich auszutauschen und unsere Kinder und Jugendlichen so begeistert mit strahlenden Gesichtern zu sehen. An die Veranstalter*innen von unserer Seite daher ein ganz, ganz großes DANKESCHÖN dafür, dass sie uns und vielen anderen Familien mit so viel Einsatz eine so große Freude bereiten!!!

 

07.05.2022

Teddy-Versteigerung an der Margarete-Steiff-Schule Frankfurt

...dort, wo alles begann.

Anlässlich des Tages der Offenen Tür fand an der Margarete-Steiff-Schule (ehemals Integrative Schule Frankfurt „Inti“) eine Teddy-Versteigerung zugunsten des Freunde für´s Leben e.V. statt. Unter der Anleitung ihrer engagierten Klassenlehrerin Melanie Oswald hatten die Kinder der Klasse 4a ganz wunderbare kuschelige und originelle Teddys genäht, jeder ein Unikat. Diese wurden versteigert und fanden so reißenden Absatz, dass insgesamt stolze 590,50 Euro zusammen kamen. Wir Freunde für´s Leben durften davon profitieren und waren bei der Übergabe zahlreich vertreten. Zuvor hatten die Kinder der Klasse 4a die wichtigsten Eckdaten unseres Vereins und unseres inklusiven, generationenübergreifenden Wohn- und Lebensprojektes MITTENDRIN auf einem großen, kreativ gestalteten Plakat zusammengefasst und den anwesenden Eltern, Lehrer*innen und Besucher*innen des Festes über uns erzählt.

Für diese tolle Einladung und die Spende aus der Teddy-Versteigerung möchten wir an dieser Stelle allen Beteiligten ganz herzlich danken, denn da ganz viele der zukünftigen Bewohner*innen unseres bunten Hauses der Vielfalt ehemalige Inti-Kinder sind, bedeutet uns gerade Eure Hilfe unendlich viel.

In unserer Grundschulzeit an der Inti haben wir tagtäglich erleben können, wie gut es tut, wenn Kinder mit und ohne Behinderung zusammen spielen und lernen, wie toll sich respektvoll gelebte Vielfalt, gegenseitige Toleranz für- und Interesse aneinander anfühlen und wie bereichernd dies für alle ist. Genau dieses „Inti“-Lebensgefühl wollten wir für unsere Kinder ein Leben lang erhalten – und für andere Menschen – Junge, Alte, Familien und Student*innen – gleich mit!

So sind zunächst unser gemeinnütziger Verein „Freunde für´s Leben e.V.“ und dann unser soziales Start-up MITTENDRIN entstanden, das sich nun auch auf die Fahne geschrieben hat, ein gesamtes neu entstehendes Stadtviertel – das Hilgenfeld im Frankfurter Norden – im Sinne der Inklusion zu inspirieren. Und mit der Hilfe unserer früheren Grundschule, an der alles begonnen hat, schließt sich nun der Kreis. Das fühlt sich einfach ganz wunderbar an!

 

01.05.2022

Schwerbehindert in Venedig - leider geil :-)

Julian on tour

Dass italienische Städte im Allgemeinen und Venedig im Besonderen suboptimal für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung sind, war uns als jahrzehntelange Italienreisende klar. Trotzdem wollten wir es wissen und buchten getreu unseres Mottos „geht nicht, gibt´s nicht“ ein Airbnb in der Nähe der Rialto-Brücke (zweite Etage ohne Lift, aber es ging eben leider nur ENTWEDER zentral ODER einigermaßen behindertengerecht. Zentral war uns wichtiger, daher verdrängten wir zunächst die Aussicht auf die vielen Treppen). Leicht mulmig wurde es uns erstmals, als wir nach drei Stunden Stau vor dem Gotthard und 1,5 Stunden Stau in Chiasso Venedig im Dunkeln und bei Regen erreichten. Den völligen Tiefpunkt erreichte unsere Stimmung jedoch, als wir uns etwas später mit tonnenweise Gepäck (Julians spezielles Essen für eine Woche, Bettschutzgitter, Wechselklamotten für jede Wetterlage und, und, und…), zwei Kindern an der Hand, massenweise anderer Touristen im Nacken, mit Masken im Gesicht und beschlagener Brille auf einem schaukelnden, völlig überfüllten Vaporetto wiederfanden, das gefühlt an jedem einzelnen Palazzo von Venedig hielt und nach dem Zustieg weiterer Menschen mit Koffern und Rucksäcken jeweils mit ohrenbetäubendem Geröhre und wildem Geschwanke weiterächzte. Nachdem wir an unserer Haltestelle völlig aufgelöst vom Boot gestolpert waren, ging es weiter durch die engen Gassen, dann mit all unserem Geraffel mehrere steile Steintreppen hoch in den zweiten Stock – und da saßen wir dann völlig zerstört auf dem Sofa und starrten mit glasigem Blick ins Leere. War dieses Reiseziel wirklich eine gute Idee gewesen???

Bisher war es allerdings ausgerechnet Julian, der sich als Einziger von uns auf dem wackelnden Boot köstlich amüsiert, jedes lärmende Ablegen vom Steg mit frenetischem Applaus begleitet und gleich mit mehreren Umsitzenden netten Kontakt aufgenommen hatte („ciao, biondo, come stai?“)

Am nächsten Morgen, bei Cappuccino, spremuta d´arancia und brioche al cioccolato in der Sonne am Canale Grande sitzend, sah jedoch alles ganz anders aus. Julian begeisterte sich für das farbenfrohe Treiben auf dem Wasser – die Gondeln, Vaporetti und Lastkähne, die Müll-, Ambulanz- und Polizeischiffe – und saugte all die wunderbaren Eindrücke auf wie ein Schwamm. Die folgenden Tage ließen wir nichts aus, marschierten kreuz und quer durch die Stadt, fuhren nach Murano und Burano, verbrachten einen Tag am Lido di Venezia und erkundeten auch weniger touristische Gebiete von Venedig. Und es gab Treppen, Treppen, Treppen –  überall. Kleine Brücken, große Brücken, unebene Stufen, unebenes Pflaster, wackelige Geländer. Julian stieg und stieg und stieg, wir an seiner Seite, an schwierigen Stellen teilweise rechts und links, als stetes Verkehrshindernis inmitten der Touristenmassen. Wir legten regelmäßige Pausen ein und fuhren alle großen Strecken mit dem Vaporetto, trotzdem fielen wir abends wie gefällte Bäume in die Betten. Doch immer, wenn uns ein Anflug von schlechtem Gewissen überkam und wir uns fragten, ob es vielleicht zu anstrengend für Julian sein könnte, mussten wir nur in sein strahlendes Gesicht schauen, um uns sicher zu sein: Er genoss den Urlaub, die vielen Eindrücke, das bunte Leben um ihn herum in vollen Zügen und empfand Venedig als genauso inspirierend wie wir, gerade nach den beiden langen und zum Teil drögen Corona-Jahren. Wir wunderten uns, wie viel er schaffte und wie ausgeglichen er danach war. Anstrengend war es jedoch in jedem Fall, für uns alle. Aber eben auch – wie der Refrain des Songs der Hamburger Gruppe Deichkind, der ansonsten weder mit Venedig noch mit dem Thema Behinderung etwas zu tun hat – „leider geil“, also schnauften wir jeden Tag aufs Neue los.

Als wir uns an einem der letzten Tage in einem pulsierenden Touristenstrom die Treppen der Rialto-Brücke hinaufschoben, Julian auf beiden Seiten stützend und ihn von den anderen Menschen abschirmend, damit er nicht stolperte, stand uns der Schweiß auf der Stirn, wir waren uns der vielen Leute, die sich hinter uns entnervt unserem langsamen Tempo anpassen mussten, nur zu deutlich bewusst und fluchten leise vor uns hin. Der Stresspegel stieg im gleichen Maße, wie der Gute-Laune-Pegel sank. Doch beim Hinuntergehen der Treppe auf der anderen Seite staute sich die Menge plötzlich auch vor uns. Als wir nach dem Grund schauten, sahen wir weiter unten eine spanische Familie, die – genau wie wir – einem jungen Mann mit Behinderung die Treppe hinunterhalf, ganz langsam, Schritt für Schritt, Mutter und Vater, ganz auf ihren Sohn konzentriert. Als wir aufholten, trafen sich unsere Blicke, nahmen die gegenseitige Situation wahr. Ein Rollen der Augen nach oben, ein erschöpftes Schnaufen – dann aber: ein breites Grinsen und ein doppeltes „thumbs up“-Zeichen: wir sind hier, mittendrin, da, wo alle sind. Und wir werden immer mehr, die sich das trauen.

Das gegenseitige Verstehen von Angehörigen von Menschen mit Behinderung ist nationenübergreifend und braucht keine Worte.

06.04.2022

Vorsichtig positiver Ausblick...

Nach unserem Hilferuf an die Stadt (siehe Blog-Eintrag vom 02.02.2022) fand am 21.3.2022 ein Online-Treffen der fünf Hilgenfelder Wohngruppen mit Stadtrat Mike Josef, verschiedenen weiteren Vertreter*innen der Stadt, der ABG sowie dem Netzwerk für Gemeinschaftliches Wohnen statt. In diesem wurde die schwierige aktuelle Situation der Wohngruppen besprochen. Herr Josef betonte die Wichtigkeit des Hilgenfeldes für die Stadt Frankfurt, bei dem gemäß Baulandbeschluss erstmalig in einem Neubaugebiet so viele Wohnprojekte umgesetzt werden.

Im Verlauf des Gesprächs kam die Stadt den Gruppen in einigen Punkten entgegen; die ABG bot verschiedene Szenarien des Bauens bzw. Mietens für die Gruppen an. Der Ton des Gesprächs war respektvoll und konstruktiv, es tat gut, gehört zu werden. Alle Teilnehmer*innen des Termins betonten, wie wichtig es sei, dass das erste Konzeptverfahren für ein Neubaugebiet in Frankfurt am Main ein Erfolg wird. Schwierige Rahmenbedingungen wie die explodierenden Baukosten und der hohe Erbbauzins machen den Gruppen jedoch das Leben schwer, und das Ziel, bezahlbaren Wohnraum – also Wohnraum, dessen Miethöhe unter dem Mietspiegel liegt – zu schaffen, für das die Gruppen mit hohem Engagement angetreten sind, ist unter diesen Voraussetzungen nicht zu gewährleisten.

Alles in allem zeichnet sich jedoch zumindest ein Licht am Horizont ab und die Möglichkeit, den Weg weiterzugehen ohne ein zu großes Risiko für die Wohngruppen, auch wenn viele Probleme natürlich weiterhin bestehen bleiben. Die Freunde für´s Leben hoffen daher, den Vorvertrag mit der ABG nun bald zum Abschluss bringen zu können. Und es ist schön, mit diesem vorsichtig positiven Ausblick in die Osterferien starten zu können, die wir uns nach dem harten Corona-Winter, den durch den Ukraine-Krieg verursachten massiven Ängsten und Sorgen und der wirklich hohen Arbeitslast durch unser Wohnprojekt redlich verdient haben…

Und so wünschen wir Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern, an dieser Stelle frohe Ostern und schöne, sonnige erste Frühlingstage und hoffen für uns alle von Herzen, dass es nach den Ferien in allen Bereichen – der ganz großen Weltlage sowie der ganz kleinen privaten Lage – positiv weitergeht.

24.03.2022

Sorgenvolle Zeiten

Wie im Moment wahrscheinlich die meisten Menschen blicken auch die Freunde für´s Leben voller Sorge auf die Ukraine und leiden mit den Menschen, die sich von einem Tag auf den anderen mitten im Krieg wiederfinden bzw. aus ihrem Land fliehen müssen. Ganz besonders blutet unser Herz für die unzähligen Familien mit Kindern, die nun so Furchtbares erleben und erleiden müssen.

Und ist es schon für Eltern von gesunden Kindern der Albtraum, wenn plötzlich das gewohnte Leben in Trümmern liegt, wie muss diese Situation dann erst für Eltern von einem Kind mit Behinderung sein, fragen wir uns bang? Schon unter den besten Umständen – wie bei uns in Deutschland, im Frieden und in Wohlstand – ist das Leben mit einem Kind mit Behinderung von Unwägbarkeiten geprägt, von Fremdbestimmtheit und von der Abhängigkeit von unzähligen Faktoren, die stimmen müssen, damit alles gut läuft. Wie muss dies in einer eingekesselten Stadt sein, die unter feindlichem Beschuss steht, nachts im Luftschutzkeller oder auf einer mehrtägigen Flucht? Wie müssen sich die Frauen fühlen, deren Männer von ihrer Seite gerissen werden, um im Krieg zu kämpfen und die gezwungen sind, alleine mit den Kindern weiter zu flüchten in ein fremdes Land? Uns schnürt sich alleine bei der Vorstellung die Kehle zu, wie muss es sich erst anfühlen, dies alles tatsächlich zu durchleben?

Wir hoffen von ganzem Herzen, dass sich die Lage bald stabilisiert und versuchen, den Geflüchteten in Deutschland durch finanzielle Unterstützung und Sachspenden zu helfen.

Aber die Erfahrung, wie rasant sich vermeintlich sichere Rahmenbedingungen von Grund auf verändern können, hat uns zutiefst verstört. Nichts scheint mehr sicher. Und der unter uns FfL-ern oft halb im Ernst, halb im Scherz zitierte Spruch „schlimmer geht immer“ hat nach Corona und dem Ukraine-Krieg plötzlich auf erschütternde Art und Weise Realität angenommen.