Unser

Blog

Hier finden Sie Neuigkeiten rund um unseren Verein und unser inklusives Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN


28.03.2026

Frohe Ostern!

Wir wünschen allen unsere Leserinnen und Lesern frohe Ostern und schöne erste Frühlingstage!

Ihre Freunde für´s Leben 🙂

28.03.2026

Obererbbauvertrag unterzeichnet!

Pünktlich zu den Osterferien gibt es gute Nachrichten zu verzeichnen: nach längerer Wartezeit erreichte uns die Information, dass der Obererbbauvertrag zwischen der ABG Frankfurt Holding und der Waisenhausstiftung unterzeichnet worden ist. In Kürze wird uns dann unser Untererbbauvertrag zugehen.

Wir freuen uns sehr darüber, dass dieser bedeutsame Meilenstein nun endlich geschafft ist!

09.03.2026

Paradiesvögel

Über die Mitarbeit in einem inklusiven Ensemble am Schauspiel Frankfurt

Dass Profi-Ensembles an großen Theaterhäusern häufig nicht mit ihrer Diversität in Bezug auf Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht der Schauspielenden glänzen können, das ist nun wirklich kein Geheimnis. Mit nur einem kurzen Blick wird deutlich: Die Mehrheit ist meist weiß und männlich. Im Theaterstück „Paradiesvögel“ von Martina Droste und dem Ensemble des Jungen Schauspiels (Spielzeit 25/26) findet dieses Problem Erwähnung. Tom Dieu hinterfragt, warum „so wenige Menschen im Rollstuhl auf der Bühne zu sehen sind oder Menschen mit Downsyndrom und so wenige Menschen mit Übergewicht?“ Ich selbst füge hinzu: „Warum sind es fast nur weiß-gelesene Menschen?“
Um sich diesen Vorwurf nicht machen lassen zu müssen und dem Facettenreichtum unserer Gesellschaft auch auf der Bühne gerecht zu werden, achtet Martina Droste (Leiterin des Jungen Schauspiel Frankfurt) gemeinsam mit ihren Kolleg*innen bei der Auswahl ihrer Ensembles ganz gezielt darauf, dass in jeder Spielzeit neu eine möglichst bunte Truppe die Bühne der Kammerspiele im Schauspiel Frankfurt betritt.
Im Ensemble „Paradiesvögel“, dem aktuellen Stück des Jungen Schauspiel Frankfurt, wurde uns Ensemblemitgliedern so die Möglichkeit geschenkt, mit Menschen gemeinsam zu arbeiten, denen wir ansonsten womöglich nie begegnet wären. Wir alle leben viel zu sehr in unserer „Bubble“, denken nicht oft genug über den Tellerrand hinaus, machen zu wenige Bekanntschaften.
Über meine Mitarbeit im Ensemble habe ich eine junge Frau kennengelernt, die aus der Ukraine geflohen ist, weil der Krieg ihre Heimat heimsucht. Moha, ein junger Mann aus Somalia, ist wegen Repression und Korruption, Gewalt und Ungerechtigkeit aus seinem Land geflohen, versucht jetzt, in Deutschland das heimische Gefühl zurückzugewinnen.

Besonders bedeutend ist für die „Freunde für’s Leben“ jedoch selbstverständlich, dass auch eine junge Frau mit Trisomie 21 sowie ein junger Mann im Rollstuhl leidenschaftlich am Theaterprojekt „Paradiesvögel“ mitgearbeitet haben.
Für mich war das eine unglaublich schöne Erfahrung. Klar, durch meine familiäre Situation habe ich mit meinem Bruder Leo bereits 18 Jahre Erfahrung im Zusammenleben mit einem Menschen mit Behinderung. Nun aber gemeinsam mit Menschen mit Einschränkungen und besonderen Bedürfnissen auf Augenhöhe an einem Theaterstück gearbeitet zu haben, ist für mich definitiv ein Highlight des Jahres. Das Junge Schauspiel zeigt, dass Inklusion möglich ist und bringt die Menschen mit Behinderung auf die Bühne. Natürlich wäre das Stück so nie zustande gekommen, wenn diese Menschen nicht auch selbst den Willen dazu hätten, schließlich beruht die Mitwirkung auf Freiwilligkeit. Livia Jarnagin und Adam Maslouhi treten mit viel Freude am Spiel auf. Sie beide verfolgen ihre Träume trotz ihrer Einschränkungen, drängen sich in die Nischen des Systems, das sie an vielen Stellen noch immer nicht aufnehmen will.
Und genau deshalb ist die Arbeit des Jungen Schauspiel Frankfurt so wichtig. Ein Sprachrohr der Gesellschaft war das Theater schon immer, zumindest im Idealfall. Mit Projekten wie „Paradiesvögel“ jedoch kommen nun auch die zu Wort, die noch immer häufig übersehen werden, nicht selten mit voller Absicht. Die, die sich ihren Platz in dieser Welt noch viel härter erkämpfen müssen als alle anderen. Die Menschen, die durch das Theater die Chance erfahren haben zu sagen: Hier bin ich! Seht mich! Schafft mir Raum!
Für ihren Mut, sich trotz ihrer Einschränkungen auf einer Bühne zu präsentieren und aus dem eigenen Leben zu berichten, bewundere ich alle Mitglieder des Ensembles zutiefst, insbesondere aber jene, die mit einer Behinderung leben. Es zeugt von Kampfgeist und von Stärke und es verdient Respekt.

Hier geht es zum Stück sowie den künftigen Terminen:

https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/a-z/paradiesvoegel/

Aufführungen in naher Zukunft:

 

18.03. 20 Uhr

25.04. 20 Uhr (Vorverkauf der Tickets ab dem 10.03.)

Weitere Termine werden im Laufe der Zeit auf die Webseite hochgeladen!

Text: Henri Köhlinger | Foto: C Felix Grünschloß

21.01.2026

Planungsvorstellung beim Architekten

Das war ein schöner Jahresstart für die Freunde für´s Leben bei der Planungsvorstellung bei unserem Architekten Heiko Messerschmidt von mo+ !

Gemeinsam haben wir uns auf den Plänen und am Beamer alle Bereiche unseres Hauses angeschaut und lebhaft über verschiedene Themen diskutiert: wo können die Autos der Pflegedienste halten? Kann man auch mit dem Rolli problemlos aus dem Gemeinschaftsraum nach hinten in den Garten fahren? Brauchen wir in allen Gartenbereichen Rasengitter, damit die Rollis nicht einsacken? Muss es oben bei der WG im ersten Stockwerk eine Abtrennung zum Treppenhaus geben, damit die flinkeren Läufer unter den Bewohner:innen dort keiner Sturzgefahr ausgesetzt sind? Sollen die Handläufe an den Laubengängen überall durchgängig sein, obwohl dies höhere Kosten verursacht und etwas Raum vom Laubengang wegnimmt?

Themen über Themen… aber es hat so viel Freude gemacht, diese zu besprechen, bringt es uns das Leben in unserem Haus doch schon so richtig nah.

Nun muss es „nur noch“ gebaut werden… Nach wie vor hoffen wir auf einen Baubeginn in diesem Jahr und halten Sie dazu hier auf dem Laufenden.

In jedem Fall danken wir Heiko für einen tollen, inspirierenden Abend und für seine Geduld, wenn bei wirklich jedem Thema deutlich wird, dass bei uns nichts „normgerecht“ ist und wir nie wirklich in eine „DIN“ passen 🙂

 

20.12.2025

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2026!

…wünschen wir Freunde für´s Leben allen unseren Leserinnen und Lesern!

Wir schauen mit Spannung ins Neue Jahr in der Hoffnung auf den anvisierten Baubeginn 2026! Unser Januar ist bereits vollgestopft mit Terminen, so dass wir uns bis dahin erst einmal ganz bewusst eine Pause gönnen. Die Zeit zwischen den Jahren – die „stade (=stille) Zeit“, wie man in Bayern sagt – genießen, alle To do´s einmal liegen lassen und sich auf das konzentrieren, was zählt: Zeit für Familie und Freunde haben und für sich selbst. Draußen in der Natur sein, sich danach gemütlich zu Hause einkuscheln mit einem guten Buch. Gemeinsam lecker essen, kleine Ausflüge machen, nicht so durchgetaktet sein wie sonst. Wieder bei sich selbst ankommen.

Danach dann mit voller Kraft ins Jahr 2026 starten, das sicherlich aufregend werden wird, was unser inklusives generationenübergreifendes Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN angeht! Wir werden Sie hier im Blog auf dem Laufenden halten.

Bis dahin Ihnen allen eine gute Zeit,

Ihre Freunde für´s Leben

 

 

28.09.2025

Von Anfang an bei der Planung dabei!

Inklusive Spiel- und Nachbarschaftsplätze im Hilgenfeld

Wenn Menschen mit Behinderung in bereits bestehende Strukturen „eingefügt“ werden, stoßen sie oft auf Vorbehalte oder Ablehnung. Nicht selten gibt es zahlreiche Vorurteile gegenüber „den Behinderten“, die sich da im eigenen Viertel breit machen. Die Menschen mit Behinderung müssen sich zudem so gut es geht mit der Infrastruktur und in dem Umfeld zurecht finden, das sie vorfinden, oftmals sind bestimmte Bereiche in der Nachbarschaft (Läden, U-Bahn-Station, Spielplätze…) für sie nicht zugänglich oder können von ihnen nicht oder nicht in vollem Umfang genutzt werden, da sie nicht barrierefrei sind. So kann es im schlimmsten Fall passieren, dass sich die Menschen mit Behinderung in ihrem eigenen Wohnumfeld – ihrem Zuhause – immer ein bisschen wie ein Fremdkörper fühlen.

Dies ist bei unserem inklusiven generationenübergreifenden Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN glücklicherweise ganz anders: das Hilgenfeld ist ein innovatives Neubauquartier, und die Menschen mit Behinderung, die hier später einmal wohnen sollen, sind sozusagen „von der Stunde Null“ an dabei, können sich mit ihren Belangen einbringen und werden bei der Gesamtplanung „mitgedacht“. So auch bei der Planung des Grünflächenamtes, mit dem es vor Kurzem einen intensiven und sehr guten Austausch gab zum Thema inklusive Spiel- und Nachbarschaftsplätze im Hilgenfeld.

Denn unsere Menschen mit Behinderung sind begeisterte Nutzer von Spielplätzen, insbesondere vom Schaukeln können alle gar nicht genug bekommen (auf dem Foto sehen Sie z.B. die begeisterten Schaukler Leo und Julian, die zusammen schaukeln, seit sie zwei und vier Jahre alt sind. Heute sind sie 20 und 22 Jahre alt, aber die Freude am Schaukeln ist geblieben :-)). Aber auch Rolli-Karussells und Angebote mit Sand oder Wasser stehen hoch im Kurs. Viele Spielplätze machen es Menschen mit Behinderung jedoch ganz schön schwer: Rindenmulch auf dem Boden macht das Fahren mit dem Rolli zur Qual, hohe Klettergerüste und Balancierstangen können nicht genutzt werden, die Schaukeln sind für Jugendliche oder junge Erwachsene viel zu niedrig angebracht, die Tische zum Brotzeit machen sind nicht unterfahrbar.

Für uns Freunde für´s Leben ist es aber sehr wichtig, dass es für die Bewohner unseres Wohnprojektes Orte im Quartier Hilgenfeld geben wird, die sie regelmäßig ohne großen Aufwand – dafür mit umso größerer Freude – aufsuchen können. Und an denen Inklusion „passieren“ kann, indem alltägliche Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung stattfinden. Denn unsere Erfahrung ist, dass Inklusion leider nicht einfach so funktioniert, sondern durch gute Ideen, Planung und Organisation „angeschoben“ werden muss – dann aber für alle Beteiligten ein ganz großer Gewinn ist! Wir freuen uns daher riesig über den guten Draht zum Grünflächenamt und erste gemeinsam besprochene Ideen.

Attraktive inklusive Spiel- und Nachbarschaftsplätze machen kontinuierliche Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung in einem netten, entspannten Setting möglich, das kleine Plaudereien begünstigt und dem Abbau von Berührungsängsten dient. Wenn man sich vom Spielplatz her kennt, grüßt man sich auch im Supermarkt oder beim Bäcker, gewöhnt sich aneinander, wird langsam zu echten Nachbarn. Familien und vor allem Kinder, die die Menschen mit Behinderung regelmäßig auf dem Spiel- und Nachbarschaftsplatz sehen und sich nach und nach mit ihnen vertraut fühlen, wären dann auch viel eher bereit, zu Angeboten zu uns in unsere Hausgemeinschaft zu kommen. So kann Inklusion gelingen und aus dem reinen Nebeneinander ein echtes Miteinander werden!

Ende Oktober werden genauere Planungen vorliegen – wir sind schon sehr gespannt darauf!

 

02.07.2025

Sommerpause

Die Freunde für´s Leben verabschieden sich in die Sommerpause! Das Jahr ist bisher gut für uns gelaufen, und wir hoffen von Herzen, dass wir im Herbst auf die Zielgerade gehen können für den Baubeginn im Jahr 2026. Da wird noch einmal eine besonders anstrengende und intensive Zeit auf uns zukommen, aber natürlich auch eine, auf die wir seit vielen, vielen Jahren hinarbeiten und hinfiebern.

Darum heißt es in den Sommerferien noch einmal ordentlich Kraft schöpfen, um ausreichend Power für das zweite Halbjahr zu haben.

Ihnen allen, liebe Leserinnen und liebe Leser unseres Blogs, wünschen wir einen schönen Sommer zum „Seele-baumeln-lassen“ und zum Auftanken 🙂

 

Herzlichst,

Ihre Freunde für´s Leben – auf dem Weg in die Feriiiiieeeeeeeen!!!!!!

29.06.2025

"Lauf gegen Armut" in Schwalbach

Lennen und Papa Daniel geben alles!

29.06.2025

"Lauf gegen Armut" in Schwalbach

Jana und Marie haben es sogar aufs Siegertreppchen geschafft!!!

29.06.2025

"Lauf gegen Armut" in Schwalbach

Kollektives Schwitzen an der Startlinie

29.06.2025

"Lauf gegen Armut" in Schwalbach

Strahlende Gesichter beim Zieleinlauf

29.06.2025

"Lauf gegen Armut" in Schwalbach

...bei jedem Wetter dabei!

Letztes Jahr haben wir dem Regen getrotzt, in diesem Jahr der Hitze! Aber egal bei welchem Wetter: nichts hält die Freunde für´s Leben davon ab, die Handicap-Strecke des „Laufs gegen Armut“ in Schwalbach zu „rocken“!

Die tollen neuen FfL-Sweatshirtjacken, die wir vom Veranstalter im letzten Jahr gesponsert bekommen hatten, konnten wir bei über 30 Grad zwar leider nicht vorführen, aber in unseren FfL-Shirts und den leuchtend orangenen und türkisen FfL-Basecaps waren wir trotzdem als Gruppe gut zu erkennen.  Schon vor dem Start waren alle total verschwitzt, der guten Stimmung hat das aber keinen Abbruch getan. Vom Publikum angefeuert, liefen wir alle gemeinsam über die Startlinie, ob zu Fuß, im Rolli, mit dem Reha-Bike oder dem Rollator: immer ein toller Moment für alle Teilnehmenden und ein ganz intensives Gruppengefühl!!!

Den ersten Teil der Strecke mussten wir etwas bergauf in praller Hitze laufen, danach ging es herrlich angenehm im Schatten am Bach entlang weiter. Das absolute Highlight ist natürlich immer der Zieleinlauf und der Erhalt der Medaille. Wir Familien sind sehr berührt darüber, wie stolz und glücklich unsere Jugendlichen mit Behinderung in diesem Moment immer sind – aber auch schon während des Laufs, da sie es viel weniger als andere Kinder und Jugendliche gewohnt sind, angespornt, bejubelt und beklatscht zu werden, eben einfach einmal positiv im Mittelpunkt zu stehen. Das tut einfach richtig gut und hallt lange nach. Dieses Gefühl sieht man auf allen Fotos, die wir gemacht haben: lauter strahlende, glückliche Gesichter!

Nach dem Lauf hieß es erst einmal ausruhen (im extra für uns aufgebauten FfL-Pavillon!) und natürlich trinken, trinken, trinken… Das gesellige Beisammensein am Grill- und Kuchenbuffet hat den Event wunderbar abgerundet.

Wie auch im letzten Jahr hat es uns besonders beeindruckt, mit wieviel Herzblut dieser Lauf von den Organisatoren vorbereitet und durchgeführt wird und wie sehr gerade die Menschen mit Behinderung hier willkommen sind.

Danke, lieber TGS Schwalbach, für dieses wunderbare Angebot – 2026 sind wir wieder dabei, denn der „Lauf gegen Armut“ ist nun ein fester Bestandteil unseres FfL-Veranstaltungskalenders, den wir nicht mehr missen wollen!

 

03.04.2025

Und hier noch unser Ostergeschenk...

Mit sehr viel Stolz und Vorfreude zeigen wir Ihnen hier ein von unserem Architekturbüro mo+  erstelltes Rendering zu unserem inklusiven generationenübergreifenden Wohn- und Lebensprojekt MITTENDRIN. Hier erwacht unser buntes Haus der Vielfalt zum Leben und man kann sehen, dass wir bereit sind für die konkrete Umsetzung ab 2026! Vom Außengelände (keinerlei giftige Pflanzen!!!) bis zum kleinsten Detail in den Innenräumen (spezielle Abstellhähne in den Duschen der WGs, damit niemand versehentlich in Kleidern unter die Dusche geht…) ist alles fertig durchdacht und geplant.
Das Ansehen der Renderings hat uns alle im Verein unglaublich froh gestimmt und auch sehr berührt. Es ist ein wirklich erhebendes Gefühl, nach Jahren der „theoretischen“ Arbeit das Gebäude so realistisch in allen Einzelheiten vor sich zu sehen und das Leben der zukünftigen Hausgemeinschaft, wie wir es im Konzept vor so langer Zeit erdacht und dann immer weiter verfeinert haben, plötzlich richtig zu „fühlen“.
Und dieses warme, glückliche Gefühl möchten wir Ihnen, die Sie Anteil nehmen an unserem Projekt, nun sofort 1:1 weiterreichen!
Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei, Ihre Phantasie schweifen zu lassen und sich das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner in diesem bunten, lebendigen Haus in allen Einzelheiten vorzustellen…

29.03.2025

Frohe Ostern!

Die Freunde für´s Leben wünschen Ihnen allen schon jetzt – auch wenn es bis dahin noch ein klein wenig dauert – frohe Ostern und schöne, erholsame, sonnige Feiertage!

Wir freuen uns alle sehr darauf, nach einem arbeitsreichen ersten Quartal nun in den Osterferien ein wenig durchatmen zu können. Und der/die eine oder andere von uns beginnt in den Ferien vielleicht schon ein wenig zu trainieren für unsere erneute Teilnahme am „Lauf gegen Armut“ am 29.6.2025! Dazu in Kürze mehr an dieser Stelle….

Rückblick: Januar 2025

Österreich: Schiiiiiiifoan, woah, woah, woah, woah...

Julian on tour

Wer kennt sie nicht, die Skifahrer-Hymne von Wolfgang Ambros, die bei jedem Après-Ski-Event aus allen Lautsprechern dröhnt? Und jede und jeder, der regelmäßig Ski fährt, wird wohl der Zeile zustimmen „Wei Schifoan is des leiwandste, wos ma si nur vorstöhn ko!“ (auf Hochdeutsch: „Weil Skifahren ist das Beste, was man sich nur vorstellen kann.“)

Diesen Eindruck bekam auch Julian, der Jahr für Jahr seinen jüngeren Bruder mit zum Skikurs begleitet hat, dann aber wieder mit den Eltern umdrehen und sich auf einen vergleichsweise drögen Schneespaziergang begeben musste. Jedes Jahr machte er deutlicher, dass es ihn in die andere Richtung zog: hin zu den Kindern und Jugendlichen in der Skischule. Hier gab es aber leider kein Angebot für ihn, an dem er hätte teilnehmen können.

…und darum ging es in diesem Winter zur FreizeitPSO (= Freizeit Para-Special Outdoorsports) nach Schladming in Österreich, denn dort gibt es eine Skischule extra für Menschen mit Behinderung. Und ja: hier können wirklich alle Menschen das Skifahren erlernen, egal mit welcher Behinderung, auch wenn man sich das zunächst gar nicht so recht vorstellen kann. Ein ganzer Fuhrpark an unterschiedlichen Geräten vom Mono-Ski bis zum Bi-Ski steht zur Verfügung, so dass jede Person den bestmöglichen Ausgleich für ihre Behinderung bekommt.

Nach einem ausführlichen Erstgespräch zum Kennenlernen und Fragen stellen geht es gleich los auf die Piste. Und WOW!!! Das ist doch mal etwas ganz anderes als im ruhigen Klangschalen-Ambiente ein bisschen Physiotherapie zu machen 🙂 🙂 Julian konnte sein Glück gar nicht fassen und strahlte über das ganze Gesicht, als es mit Geschwindigkeit den Berg herunterging und dann gleich wieder mit dem Tellerlift nach oben. Und nicht nur das: Selbst Sessellift fahren ist mit dem Bi-Ski möglich!

In der folgenden Woche ging es jeden Tag bei so gut wie jeder Wetterlage hoch in die Berge und dann wurde zwei Stunden Ski gefahren – natürlich ganz warm eingepackt und von Kopf bis Fuß umsichtig gesichert: mit Helm, Skibrille, Haltegurten, wo immer notwendig. Und vor allem: mit den besten Mitarbeitenden, die man sich vorstellen kann, in 1:1-Betreuung!

Das Team der FreizeitPSO ist schon wirklich etwas ganz Besonderes. Alle begegnen den Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe und mit ganz viel Respekt, haben aber gleichzeitig auch richtig Spaß an ihrem Job, und das überträgt sich sofort. Dass sie alle versierte Skifahrer und Skifahrerinnen sind, versteht sich natürlich von selbst.

Hat man als Eltern zu Beginn noch ein ziemliches Nervenflattern, wenn das eigene Kind mit einem Skifahrer, den man seit gerade einmal 30 Minuten kennt, am Tellerlift hängend in den Nebelschwaden verschwindet, kann man nach kürzester Zeit komplett los lassen und die Zeit gut für sich selbst oder die Geschwisterkinder nutzen. Denn das PSO-Team ist in engem Austausch mit den Eltern und hört richtig gut zu.  So kann man z.B. zunächst am Anfänger-Hang in Sichtweite der Eltern fahren, damit diese sehen, ob noch etwas beim Sitz im Gerät oder bei der Kleidung nachjustiert werden muss. Oder man kann bei herausfordernder Wetterlage einen Zwischentreffpunkt ausmachen, bei dem die Eltern schauen können, ob das Kind/der Jugendliche noch weiterfahren möchte oder es vielleicht doch zu anstrengend oder zu kalt wird. Auch die Skilehrer und Skilehrerinnen schauen natürlich gut nach ihren Schützlingen und prüfen z.B. insbesondere bei nicht sprechenden Personen, ob diese noch warm genug sind, die Skibrille richtig sitzt etc.

Im Skigebiet sind die Schüler und Schülerinnen der PSO-Skischule wohl bekannt, an den Skiliften wird schnell mal eine helfende Hand angelegt, wenn notwendig, ansonsten sind die Menschen mit Behinderung ganz normal im Skibetrieb unterwegs so wie alle anderen auch. So funktioniert Inklusion!

Für Julian war es in jedem Fall eine unglaublich tolle Erfahrung, jeden Tag mehrere Stunden draußen zu sein in einer wunderschönen Schneelandschaft, sich so richtig zu spüren, den Wechsel zwischen Kälte und Wärme zu fühlen und nach Ende der Skistunde mit einem Riesenhunger und wohliger Erschöpfung im Hotel einzutreffen.

…und so würde er auch bei der letzten Strophe Wolfgang Ambros aus vollem Herzen zustimmen, der singt: „I foa no neu z´Haus, i bleib am Montog a no do.“ (= Ich fahre noch nicht nach Hause, ich bleibe am Montag auch noch da.“)